Krise im Unternehmen? Darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine psych. GBU
- 29. September 2025
- Veröffentlicht durch: Thorben Schütt
- Kategorie: Uncategorized
Einleitung:
Krisenzeiten stellen Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Restrukturierungen, Personalabbau und wirtschaftlicher Druck prägen den Alltag vieler Organisationen. Die Folge: Verunsicherung, sinkende Motivation und steigende Belastung bei den Mitarbeitenden.
Oft wird in solchen Phasen argumentiert, eine psychische Gefährdungsbeurteilung (GBU) sei „später sinnvoller, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist“. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Gerade in der Krise ist es entscheidend, belastbare Fakten zu erheben, um gute Entscheidungen treffen zu können.
Ein geschätzter Coach-Kollege brachte es einmal auf den Punkt: „In der Krise gilt: Know your numbers.“ Das gilt nicht nur für Umsatz und Gewinn- oder Verlustrechnungen, sondern ebenso für die psychische Gesundheit und Sicherheit der Belegschaft.
Die Aktuelle Lage:
- Verunsicherung und Change-Druck: In Umbruchphasen steigt die Unsicherheit. Mitarbeitende erleben Veränderungen wie Entlassungen oder Reorganisationen oft als Bedrohung. Dies wirkt sich unmittelbar auf Motivation und Leistungsfähigkeit aus.
- Gefährliche Annahmen: Viele Unternehmen führen zwar Mitarbeiterumfragen durch, verzichten jedoch auf eine systematische GBU. Der Grund: Die Annahme, eine Durchführung sei erst sinnvoll, wenn die Organisation wieder in stabileren Bahnen läuft. Das führt jedoch dazu, dass Symptome übersehen und falsche Schlüsse gezogen werden.
Mögliche Auswirkungen auf Unternehmen:
- Fehlentscheidungen im Change: Ohne valide Daten besteht die Gefahr, falsche Maßnahmen zu ergreifen.
-
Verlust von Vertrauen: Mitarbeitende spüren Unsicherheit sofort. Fehlt die Transparenz über Belastungen, sinkt das Vertrauen in Führung und HR.
-
Steigende Fluktuation: Gerade Talente sind sensibel für eine instabile Kultur. Unklare Signale können Abwanderung verstärken.
Finanzielle Auswirkungen:
-
Produktivitätsverluste: Unsicherheit und psychische Belastung führen zu sinkender Leistung und höheren Fehlzeiten.
-
Kosten durch Krankmeldungen: Unternehmen tragen bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung pro erkranktem Mitarbeitenden, zusätzlich zu den Ausfällen im Tagesgeschäft.
-
Rechtliche Risiken: Die psychische GBU ist gesetzlich verpflichtend. Geschäftsführungen tragen hier eine persönliche Haftung.
Lösungsansätze:
Die psychische Gefährdungsbeurteilung bietet Unternehmen drei zentrale Vorteile:
-
Wissenschaftlich fundierte Daten: Sie macht Belastungsfaktoren sichtbar, die mit klassischen Umfragen verborgen bleiben.
-
Grundlage für bessere Entscheidungen: Anstatt nach Bauchgefühl oder Stimmungen zu handeln, können Führungskräfte Maßnahmen gezielt ableiten.
-
Sicherheit und Transparenz: Mitarbeitende erleben, dass ihre Situation ernst genommen wird. Geschäftsführungen gewinnen rechtliche und kulturelle Sicherheit.
Schlussfolgerung:
Krisen sind ein Stresstest, nicht nur für Geschäftsmodelle, sondern auch für die Kultur und Resilienz von Organisationen. Wer in dieser Phase auf belastbare Daten setzt, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil: Klarheit.
Eine psychische Gefährdungsbeurteilung ist daher nicht etwas, das „später, wenn es ruhiger ist“ Sinn ergibt. Sie ist gerade im Umbruch unverzichtbar, um Mitarbeitergesundheit zu schützen, Vertrauen zu stärken und wirtschaftlich bessere Entscheidungen zu treffen.